Turnen mit Marlene: Eine gelungene Kooperation zwischen Kita und Turnverein

Seit einem Jahr besucht Trainerin Marlene alle zwei Wochen den Kindergarten Leuchtturm in Hausen. Sie bietet im Rahmen einer Kooperation eine abwechslungsreiche Turnstunde an.

 

Wie kam die Kooperation zwischen Turnverein und Kindergarten zustande?

Das Dorf Hausen im Wiesental lebt von der Vernetzung der Vereine und Einrichtungen der Gemeinde. Mehrmals im Jahr finden gemeinsame Feste und Veranstaltungen statt. Der Kindergarten Leuchtturm ist Teil des Kinderbildungszentrums Hausen (kibiz-hausen.de). Das Bildungszentrum entwickelt Konzepte für gemeinsames erfolgreiches Lernen ohne Stolpersteine. Hierzu zählt auch der Ausbau eines Kooperationsnetzwerks, um den Kindern des Dorfes ganzheitliche Entwicklungschancen zu ermöglichen. Die Kooperation angestoßen und die Organisation übernommen hat eine sehr engagierte ehrenamtliche Turntrainerin des Turnvereins Hausen 1883 e. V.

 

Warum gerade eine Kooperation mit einem Turnverein?

Die individuelle Entwicklung jedes Kindes ist geprägt von innerfamiliären Gegebenheiten, wodurch keine Chancengleichheit gegeben ist. Auch in Hausen wohnen Familien, die sich in unterschiedlichen Lebenssituationen befinden. Einige Kinder sind im Turnverein des Dorfs eingebunden profitieren von der Bewegung und Interaktion in der Gruppe. Doch einige Kinder können aus finanziellen, familiären oder tagesstrukturellen Gründen nicht an solchen Angeboten teilnehmen. Durch die Kooperation mit dem Turnverein haben alle Kindern Zugang zu erweiterten Bewegungsförderung.

 

Welche Ziele verfolgen Sie mit der Kooperation?

Regelmäßiges Turnen fördert die Kinder in ihrer motorischen, kognitiven und sozial-emotionalen Entwicklung sowie in ihrer Persönlichkeit. Ein weiteres Ziel ist, dass die Kinder Sport als freudvoll und sinnstiftend empfinden. Dies gilt auch für Kinder, die bisher wenig Affinität zu Sport und Bewegung hatten. Der Tagesablauf in der Einrichtung ist sehr durch alltägliche Routinen wie gemeinsames Essen, Morgenkreis, pädagogische Angebote und Hofzeiten getaktet. Das Turnen im Bewegungsraum stellt eine bewegte Abwechslung dar. Die Kinder haben erste Berührungspunkte zum Turnverein, wodurch die Hemmschwelle für einen regelmäßigen Vereinsbesuch sinkt. Die Kooperation fördert zudem den Erhalt des Vereins im Dorf.

 

Wie lief die Vorbereitung ab?

Im Vorfeld haben sich Verein und Kindergarten über die jeweiligen Wünsche und Vorstellungen verständigt. Wir haben uns mit der Gemeindeverwaltung abgesprochen und Kontakt zum Badischen Sportbund Freiburg aufgenommen. Dieser unterstützte uns bei der Initiierung der Kooperation und sorgte für den rechtlichen Rahmen: Versicherungsschutz, Zuschüsse für den Verein und Rahmenbedingungen. Eine engagierte Person aus dem Sportverein bot an, das Kinderturnen alle zwei Wochen anzuleiten. Sie hatte bereits Erfahrung mit Gruppenangeboten für Kinder im Vorschulbereich.

 

Wer nimmt am Bewegungsangebot teil?

Pro Turnstunde nehmen ca. acht Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren teil. Besonders für Kinder mit Förderbedarf in ihrer Grobmotorik, in Bewegungsabläufen oder in sozial-emotionalen Interaktionen ist das Angebot eine Bereicherung. Die Kinder gestalten die Turnstunde gemäß ihren Wünschen und Vorschlägen mit. Eine pädagogische Fachkraft aus der Einrichtung ist für die pädagogische und die Turntrainerin für die sportliche Umsetzung verantwortlich. Je nach Bedürfnissen und Konstellation der Kinder setzen die beiden Materialien wie Bälle, Pylone, Seile usw. ein und gestalten eine vielfältige bewegte Zeit. Bewegungsspiele sind dabei besonders beliebt.